Donnerstag, 29. Januar 2015

Moeraki Boulders und Shag Point

Die erste Nacht im Camper war vorüber und wir hatten uns gar nicht schlecht geschlagen. In der Nacht konnten wir einen super klaren Sternenhimmel bewundern. Wir sind beide keine Experten für Astrologie, aber es sah so aus, als ob die Südhalbkugel am Sternenhimmel mehr zu bieten hat? Wunderschön.
Da an diesem Morgen der Mt Cook völlig in den Wolken verschwunden war, beschlossen wir direkt Richtung Dunedin an der Ostküste aufzubrechen (ansonsten wären wir hier noch gewandert). Tatsächlich hatten wir an der Küste mehr Glück mit dem Wetter und machten unseren ersten Stop an den Moeraki Boulders. Das ist eine bekannte Touristenattraktion und wir wussten, dass wir nicht allein am Strand sein würden. Die runden Felsen im Wasser sind schon nett anzusehen, aber anscheinend waren unsere Erwartungen etwas größer – vielleicht mehr Steine? Oder größere? Naja, es sind eben ein paar wenige (aber sehr schön runde!) Steine im Wasser und jeder der Anwesenden springt darauf um ein Foto zu machen. Da es direkt an der Hauptroute liegt kann man schon mal anhalten.
Spannender wurde es ungefähr 15 Kilometer weiter südlich. Der Shag Point ist zwar an der Straße angeschrieben, aber den Weg dorthin muss man erst mal finden. Wir hatten den Tip aus einem Reisebuch namens NZ Frenzy. Dort stehen neben den Klassikern aus dem Lonely Planet auch weniger bekannte Attraktionen drin, u.a. nach Besucherzahlen bewertet. Frenzy sagte, dass am Shag Point fast niemand wäre und der Ort den bekannten Moeraki Boulders in nichts nachstehen würde. Zugegeben war es nicht leicht zu finden. Man parkt in einer Wohngegend und der kleine öffentliche Abstieg ist zwischen zwei Grundstücken versteckt. Wir hatten Glück, dass gerade Ebbe war, denn nur dann hat man wirklich freien Blick auf diesen fantastischen felsigen Küstenabschnitt. Und tatsächlich waren wir eine Weile ganz alleine bevor eine weitere Besucherin auftauchte. Alle drei wären wir einem Seelöwe, den wir am Anfang gar nicht gesehen hatten (er lag auf den Felsen die eine ähnliche Farbe hatten), fast auf die Flossen getreten. Wir müssen sagen, dagegen sahen die Moeraki Boulders fast etwas blass aus.
Am Nachmittag erreichten wir Dunedin, wo wir auf einem Holiday Park Campingplatz (einer mit allem drum und dran, also auch mit bezahlen) parkten. Der Campingplatz war fast direkt am Meer und so unternahmen wir noch ein Wanderung am herrlichen Strand.

Moeraki Boulders

Shag Point

Seelöwe

Strand Dunedin

Mittwoch, 28. Januar 2015

Lake Pukaki

Nach zwei Nächten in Christchurch ging es heute schon wieder zurück zum Flughafen. Diesmal stiegen wir jedoch nicht in ein Flugzeug, sondern an der Vermietstation in unseren Minicamper. Unser Jucy Condo scheint schon etliche Kilometer auf dem Buckel zu haben und ist nicht gerade fabrikneu. Trotzdem funktioniert alles und von der Größe ist er genauso wie wir uns das vorgestellt hatten. Nachdem wir dann auch das Lenkrad auf der falschen Seite gefunden hatten, stürzten wir uns in den Linksverkehr. Am Anfang war das schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit kommt man ganz gut zurecht. Als erstes sind wir zu einem Supermarkt gefahren, um eine Grundausstattung an Essen, Trinken, zwei Tassen und einen Topf einzukaufen. Dann ging es zu unserem ersten Ziel, dem Lake Pukaki. Auf dem Weg kamen wir am Lake Tekapo vorbei, der uns direkt aus den Schlappen warf. Durch Schmelzwasser von Gletschern und seinem feingeschliffenen Felsuntergrund hat der Lake Tekapo eine intensive türkise Farbe und jeder Postkartenfotograf würde hier Luftsprünge machen.
Der Lake Pukaki hat eine ähnliche Farbe und im Hintergrund erhebt sich der Mt Cook, der höchste Berg in Neuseeland. Hier schlugen wir auch unser Lager auf einem freien Campingplatz auf. Außer einem Plumpsklo gab es hier nichts was beim Campen nützlich wäre wie fließend Wasser oder Strom. Andreas kann auch bestätigen das das Plumpsklo nicht ansatzweise nutzbar war. Dafür hatten wir von unserem Camper eine spektakuläre Aussicht. Die Bratkartoffeln zum Abendbrot schmeckten vor dieser Kulisse ausgezeichnet.
Mietwagen

Lake Tekapo

Lake Pukaki mit Mt Cook

Sonnenuntergang

Montag, 26. Januar 2015

Ankunft in Christchurch

Endlich war es soweit. Freitags um 21:40 Uhr Ortszeit München startete unser Airbus 380 der Emirates Airline Richtung Neuseeland. Zwei Zwischenstopps und 34 Stunden später landeten wir in Christchurch. Der Flug an sich war ziemlich entspannt und Emirates macht einen guten Eindruck. Am Flughafen nahmen wir für 8 Neuseeländische Dollar pro Person den Metrobus Richtung Stadtzentrum. Im Hotelzimmer angekommen fiel Andrea direkt in ein tiefes Schlafkoma, während Andreas seine letzten Reserven für das weitere Überleben sammelte. Nahrungsbeschaffungsmaßnahme stand noch auf dem Programm und als erfahrener Jäger und Sammler ging es noch auf die erfolgreiche Jagd in einen Supermarkt (es gab Instantnudelsuppe).
Für den nächsten Tag hatten wir uns das Stadtzentrum von Christchurch vorgenommen. Die Spuren der Erdbeben 2010/2011 sind allgegenwärtig und die gesamte Innenstadt ist eine riesige Baustelle. Zwischen vielen Ruinen und geräumten Grundstücken entsteht langsam die neue Innenstadt. An einigen Freiflächen sind sogenannte Gap Filler zu bewundern. Dabei handelt es sich um kleine Projekte, die temporär installiert sind, um die Stadt aufzuhübschen und Menschen interessante Treffpunkte zu bieten.
Der Hagley Park ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Das Canterbury Museum im Park ist schön gemacht und der Botanische Garten bietet viel Platz zum Spazierengehen und Erholen. Natürlich macht so viel Herumlaufen ziemlich hungrig. In einem kleinen Labyrinth von bunten (Bau)Containern ist mit der Re:START MALL ein kleines Einkaufscenter in Nähe des Cathedral Square mit Essenständen und Shops entstanden. Hier gab es eine Menge Takeaways, die gerade zur Mittagszeit gut besucht sind. Leider wird diese nette Ecke früher oder später wieder verschwinden. Insgesamt empfanden wir Christchurch als entspannte Stadt und es wird spannend, wie es hier in einigen Jahren aussehen wird.
Morgen geht’s dann zur Automietstation, wo hoffentlich unser Jucy Condo auf uns wartet...

Beim Packen

Ruine

Gap Filler, Andrea macht Päuschen

Botanischer Garten

Re:START MALL